Wir stellen vor: Kritische Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis e.V.

EselPost im August 2026 – Weidemilch, Direktbelieferung und Bestellungen im Laden

Liebe Mitglieder, Kund*innen und Freund*innen vom ÖkoEsel,

die Sommerferien haben begonnen und mit ihnen die ruhigste Zeit des Jahres beim ÖkoEsel.

Viele von Euch sind in diesen Wochen unterwegs und ehrlich gesagt auch viele von uns. Damit das für alle im Team möglich ist, stehen wir im August häufiger alleine im Laden. Das Regal ist vielleicht nicht genau in dem Moment aufgefüllt, in dem Ihr davorsteht und für das Gespräch im Laden bleibt womöglich etwas weniger Zeit als sonst. Wir bitten um ein wenig Nachsicht.

Allen, die wegfahren, wünschen wir eine schöne und erholsame Zeit. Und allen, die dableiben, sei gesagt: Wir sind für Euch da und wir schwitzen mit Euch.

Ein Monat Weidemilch und Flaschen bitte bei uns abgeben

Seit gut einem Monat gehört die neue TAGWERK-Weidemilch vom Hof Oberhofer zu unserem Sortiment und das Echo von Euch war von Anfang an ausgesprochen positiv. Deshalb möchten wir Euch heute auch erzählen, wie es dem Hof gerade geht.

Was bei einem neuen Produkt im Regal leicht untergehen kann, ist der Umstand, dass diese Milch für TAGWERK und den Hof Oberhofer ein Wagnis darstellt. Eine eigene Weidemilch aufzubauen, mit eigenem Pfandsystem und in einem Markt, in dem die großen Molkereien den Preis diktieren, ist alles andere als ein sicheres Geschäft. Genau solche Schritte aber braucht es, wenn regionale Erzeugung mehr sein soll als ein Etikett. Hier unterstützen wir natürlich gerne!

Leider ist in der Nacht auf den 28. Juni auf dem Hof ein Feuer ausgebrochen, bei dem eine Maschinenhalle samt Erntegeräten, die Getreidetrocknungsanlage, das Strohlager, die Werkstatt und das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage abgebrannt sind. Glücklicherweise sind weder Menschen noch Tiere zu Schaden gekommen und der Milchviehstall ist erhalten geblieben. Auch die Milch gibt es weiterhin bei uns, die Produktion läuft nach wie vor. Vor der Familie Oberhofer liegen aber Wochen und Monate, in denen viel wieder aufgebaut werden muss.

Unterstützen können wir jetzt ganz praktisch, und zwar auf zwei Wegen. Der erste ist der einfachste von allen, nämlich die Milch weiterhin zu kaufen. Für einen Betrieb, der gerade so viel gleichzeitig stemmen muss, ist eine verlässliche Nachfrage einiges wert.

Der zweite Weg kostet gar nichts und wird trotzdem gerne vergessen: Bringt bitte die leeren Flaschen bei uns zurück. Bislang müssen immer wieder neue zugekauft werden, was rund vierzig Cent je Flasche kostet. Schaut also gerne mal in den Küchenschrank, auf den Balkon oder in die Sofaritze. Eine Kleinigkeit, die an dieser Stelle richtig hilft.

Der Familie Oberhofer wünschen wir alles Gute für die kommenden Wochen.

Der Obergrashof liefert nun auch in Neuhausen direkt

In Haidhausen ist es seit rund einem Jahr Routine, dass uns der Obergrashof jeden Donnerstag direkt mit frischem Gemüse beliefert. Ab sofort gibt es das auch in Neuhausen, immer freitags.

Gemüse vom Obergrashof aus Dachau haben wir schon seit der Gründung des ÖkoEsels im Sortiment. Lange kam es ausschließlich über TAGWERK zu uns, inzwischen teils über TAGWERK, teils direkt. Auf diese Neuerung blicken wir durchaus differenziert.

Einerseits hat der Weg über TAGWERK einen klaren Effizienzvorteil. Die Obergrashof-Ware kommt zusammen mit allen anderen Produkten in einem einzigen Fahrzeug zu uns und wird uns über TAGWERK in Rechnung gestellt. Ein Weg, ein Beleg, ein Ansprechpartner.

Andererseits kommt die Ware noch schneller vom Feld auf Euren Tisch, wenn der Obergrashof sie ohne Zwischenstation direkt zu uns bringt. Und, das ist uns fast der wichtigere Punkt, die Direktvermarktung ermöglicht es dem Obergrashof, vielfältigeres Gemüse anzubauen, anstatt sich aus Effizienzgründen auf einzelne Kulturen zu beschränken.

Der regionale Biolandbau steht gegenwärtig vor großen Herausforderungen. Die Wertschätzung regionaler Wertschöpfung lässt nach, der Preisdruck ist in Verbindung mit der Marktmacht der großen Akteure enorm. Für viele Erzeugende ist die Zukunft ungewiss.

Der Obergrashof geht mit der Direktvermarktung einen mutigen Schritt in Richtung mehr Nähe zu den Verbraucher*innen und das unterstützen wir gerne. Gleichzeitig sind wir weiterhin davon überzeugt, dass die Koordination durch TAGWERK viele Stärken hat und ebenso unser aller Unterstützung verdient. Das Ganze ist also ein Experiment mit offenem Ausgang. Wir bleiben dran!), traditionell hergestellt und nicht homogenisiert.

Bestellungen könnt Ihr ab sofort auch im Laden abgeben

Eine Kleinigkeit noch, auf die einige von Euch schon länger warten. Bestellungen können nun endlich auch direkt im Laden eingereicht werden.

Die Formulare liegen in beiden Läden bereit, einfach ausfüllen und bei uns abgeben. In der Regel gelingt es uns, die Bestellung zum übernächsten Tag da zu haben.

Über den Tellerrand hinaus: Tipps für den August

Kampagne „Abschiebeterminal MUC verhindern!“

Am Münchner Flughafen soll ein eigenes Abschiebeterminal gebaut werden, über das ab 2028 bis zu hundert Menschen pro Tag abgeschoben werden könnten. Am 14. Juli hat der Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH den Weg dafür freigemacht, begleitet von Protesten. Das Bündnis dagegen macht weiter, unter anderem mit einem Appell zum Unterzeichnen.

Appell, Termine und Hintergründe unter https://abschiebeterminal-verhindern.de

Ausstellung „gleich gerecht?! Inklusive Arbeit ist menschenwürdig leben“ vom 1. bis 20. August

Was heißt eigentlich menschenwürdige Arbeit, und zwar für Menschen mit Behinderungen im Globalen Süden? Die Wanderausstellung im EineWeltHaus stellt eine Frage, die in der Nachhaltigkeitsdebatte zu Unrecht meist sehr weit hinten steht.

Von Samstag, den 1. August, bis Donnerstag, den 20. August im EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80, Eintritt frei.

Hörtipp: Klimakrise – Wie Privateigentum den Planeten verwüstet

Vielleicht ist Euch bei den aktuellen Temperaturen aber gar nicht nach Ausgehen und Ihr möchtet mit heruntergelassenen Jalousien einem Podcast lauschen? Dann können wir Euch „Armutszeugnis“ von Eva Völpel und Sabine Nuss ans Herz gelegt. Bspw. mit der Episode „Klimakrise – Wie Privateigentum den Planeten verwüstet“ – passt aktuell vielleicht besonders gut, aber eigentlich ja leider immer…

Solidarische Grüße

Euer ÖkoEsel-Team

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Der solidarische Bio-Mitgliederladen
2x in München

Helene-Weber-Allee 17
80637 München

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