Liebe Mitglieder, Kund*innen und Freund*innen vom ÖkoEsel,
wir hoffen ihr hattet alle ein paar erholsame Ostertage.
Vorab ein kleines Update zu unserer Situation: Wir befinden uns auf einem guten Weg! Von den benötigten 2.500 Euro Mehrkosten sind bereits knapp über 1.000 Euro durch Beitragsanpassungen und neue Mitgliedschaften erreicht worden. Danke für eure Unterstützung!
Aber gleichzeitig gilt: Wir sind noch nicht am Ziel. Damit sich das weiter stabilisiert, brauchen wir eure Hilfe auch weiterhin: Erzählt vom ÖkoEsel, bringt Menschen mit in den Laden und macht unser Konzept noch sichtbarer!
Aktuell merken wir deutlich, wie auch derzeitige globale Entwicklungen unseren Alltag beim ÖkoEsel weiter beeinflussen: Steigende Transportkosten, unsichere Lieferketten und politische Krisen wirken sich direkt auf die Lebensmittelpreise aus.
In dieser EselPost wollen wir das näher erläutern und gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen werfen: Auf unsere Preisgestaltung, unseren Partner TAGWERK und die Frage, wie solidarisches Wirtschaften in solchen Zeiten funktionieren kann. Und weil es nicht immer nur um große Zusammenhänge gehen muss, sondern auch um den Alltag, haben wir für die kommende Salat-Saison noch ein paar praktische Tipps für euch.

In dieser EselPost
- Der ÖkoEsel und der Iran
- Unsere Preisgestaltung: Wie funktioniert die eigentlich?
- Unser Partner: TAGWERK
- Frische Tipps für die Salat-Saison
- Zu guter Letzt: Veranstaltungstipp(s)
Der ÖkoEsel und der Iran
Was hat der ÖkoEsel mit dem Iran zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick denkt. Denn auch wenn unser Fokus auf regionalen Produkten liegt, sind wir Teil globaler Zusammenhänge und die machen auch vor unserem Laden nicht halt.
Wenn politische Spannungen eskalieren, steigen oft zuerst die Energiepreise. Und wenn Diesel teurer wird, werden Transporte teurer. Auch die aus der Region. Also selbst wenn euer Gemüse vom Hof in Bayern kommt, hängt sein Preis auch davon ab, was global passiert.
Für uns bedeutet das konkret: Unsere Lieferanten geben gestiegene Logistik- und Transportkosten teilweise in Form von Aufschlägen und Gebühren an uns weiter.
Viele Händler reagieren darauf, indem sie Preise gezielt verschieben: Einige Produkte bleiben künstlich günstig, andere werden dafür stärker erhöht. Das fällt im Alltag kaum auf, verändert aber, wie Preise tatsächlich zustande kommen.
Beim ÖkoEsel funktioniert das anders. Wir arbeiten bewusst mit einem festen Aufschlag von rund 15 % auf alle Produkte – genauer erklären wir das im nächsten Abschnitt.
Daran wird deutlich, warum unser solidarisches Mitgliedermodell so wichtig ist. Denn im Idealfall ermöglicht es uns, auf zusätzliche Aufschläge zu verzichten und trotzdem gemeinsam handlungsfähig zu bleiben.
Unsere Preisgestaltung: Wie funktioniert die eigentlich?
In unserer letzten Umfrage haben wir gemerkt: Vielen ist gar nicht genau bewusst, wie sich unsere Preise zusammensetzen. Deshalb hier die kurze Erklärung:
Beim ÖkoEsel arbeiten wir mit einem festen Aufschlag von 15% auf alle Produkte. Ohne Querfinanzierung und ohne Mischkalkulation!
Das unterscheidet uns deutlich vom klassischen Lebensmittelhandel. Dort liegen die Aufschläge – je nach Produktgruppe – oft deutlich höher. Im Schnitt zwischen 30% bis 60% und bei einzelnen Produkten teils gar über 100%.
Gleichzeitig werden Preise strategisch gesetzt: Manche Produkte sind bewusst sehr günstig, andere dafür umso teurer.
Unser Ansatz ist ein anderer: Wir verzichten bewusst auf solche Preistricks und setzen stattdessen auf Transparenz. Das hat aber auch eine Konsequenz: Wir können Preissteigerungen nicht innerhalb des Sortiments ausgleichen.
Gerade in Zeiten steigender Kosten wird damit sichtbar, was den ÖkoEsel ausmacht:
ein ehrlicher Umgang mit Preisen und ein Modell, das nur gemeinsam funktioniert.
Übrigens:
Der Preis für Nicht-Mitglieder orientiert sich an der jeweiligen Preisempfehlung der Hersteller.
Unser Partner: TAGWERK
Einen großen Teil unserer Produkte, vor allem Obst, Gemüse und Fleisch, beziehen wir über unseren Partner TAGWERK.
Hinter TAGWERK steht ein regionales Netzwerk aus Bio-Erzeuger*innen, Verarbeitungsbetrieben und Handelspartnern, die gemeinsam an einer anderen Form der Lebensmittelversorgung arbeiten.
Das Besondere daran: Viele der Betriebe sind direkt miteinander verbunden und haben oft über Jahre hinweg zusammengearbeitet, geplant und weiterentwickelt.
Es geht nicht nur um den Einkauf von Waren, sondern um verlässliche Strukturen. Gerade in Zeiten steigender Kosten zeigt sich, wie wichtig solche Netzwerke sind. Denn sie schaffen Stabilität. Nicht durch kurzfristige Optimierung, sondern durch langfristige Zusammenarbeit und Verlässlichkeit.
Wenn ihr also bei uns im Laden regionales Obst oder Gemüse kauft, steckt dahinter oft genau dieses Netzwerk: Menschen und Betriebe aus der Region, die gemeinsam daran arbeiten, dass gute Lebensmittel entstehen und verfügbar bleiben.
Für uns ist Tagwerk deshalb nicht einfach ein Lieferant, sondern ein zentraler Teil dessen, wie der ÖkoEsel funktioniert.
Solche Strukturen entstehen nicht von selbst! Sie brauchen Unterstützung. Durch euren Einkauf bei uns tragt ihr dazu bei, dass genau solche Netzwerke bestehen bleiben können.
Frische Tipps für die Salat-Saison
Mit dem Frühling beginnt auch wieder die Salat-Saison und damit zwei Fragen: Was tun, wenn er schlapp geworden ist und wie bleibt er möglichst lange frisch?
Welken Salat wiederbeleben:
Das Geheimnis steckt in der Biologie: Salatblätter werden welk, weil die Pflanzenzellen Wasser verlieren. Zum Glück lässt sich dieser Prozess umkehren. Durch Osmose saugen die Blätter im Wasserbad neue Feuchtigkeit auf und werden wieder knackig.
Die meisten Salatsorten wie Kopfsalat oder Eichblatt kommen dabei für 10 bis 30 Minuten in kaltes Wasser mit einem Esslöffel Zucker. Feldsalat ist die Ausnahme: Er braucht warmes Wasser, keinen Zucker und etwa 30 Minuten. Danach kurz abspülen und sofort verwenden.
Damit es erst gar nicht so weit kommt:
Blattsalate bleiben am besten frisch, wenn ihr sie leicht feucht in ein Tuch eingeschlagen im Kühlschrank lagert, aber nicht luftdicht verpackt, da das den Salat schneller matschig macht. Erst kurz vor dem Essen waschen, da zu viel Feuchtigkeit beim Lagern das Verderben beschleunigt.
zu guter Letzt: Veranstaltungstipp(s)
Quartiersküche: Kroatisch kochen – Sonntag, 26. April
Im April wird in der Quartiersküche Haidhausen Strudelteig für Burek hergestellt und mit leckeren veganen Zutaten gefüllt. Eine schöne Gelegenheit, die Zubereitung dieses typischen kroatischen Strudels Schritt für Schritt kennenzulernen.
Sonntag, den 26. April von 10 bis 13 Uhr in der Quartiersküche Haidhausen (Milchstr. 13)
Lust dabei zu sein? Meldet euch per Mail an: [email protected]

weitere Veranstaltungen
Kino-Abend: Bürglkopf – Mittwoch, 10. April
Der Kulturladen Westend und die Karawane München zeigen den prämierten Dokumentarfilm „Bürglkopf“. Der Film führt auf einen abgelegenen Berg in Tirol, wo sich ein Rückkehrzentrum für Geflüchtete befindet. Zwischen idyllischer Alpenlandschaft und politischer Realität entsteht ein eindrückliches Bild europäischer Abschottungspolitik.
Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit der Regisseurin Lisa Polster und einem Protagonisten des Films.
Freitag, den 10. April um 19:30 Uhr / Kulturladen Westend / Eintritt frei!
Mehr Infos unter: https://kulturladen-westend.eu
Vortrag & Diskussion: Klimazerstörung und Kapitalismus – Montag, 20. April
Während technischer Fortschritt und globale Zusammenarbeit wachsen, verschärfen sich soziale Ungleichheit und ökologische Krisen weiter. Reichen marktwirtschaftliche Lösungen aus, um die Klimakrise zu bewältigen oder stoßen sie bereits an ihre Grenzen?
Der Autor Franz Garnreiter über Klimazerstörung und die Verantwortungslosigkeit kapitalistischer Gesellschaften.
Montag, 20. April um 19:00 Uhr / EineWeltHaus / Eintritt: frei
Mehr Infos unter: https://www.einewelthaus.de
Solidarische Grüße
Euer ÖkoEsel-Team

