Wir stellen vor: Kritische Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis e.V.

EselPost im Mai 2026 – Rote Vielfalt mit Haltung

Liebe Mitglieder, Kund*innen und Freund*innen vom ÖkoEsel,

Wir freuen uns, dass mit dem Mai immer mehr regionale Produkte ihren Weg in die Läden finden. Und damit auch das Gemüse, das diese Ausgabe prägt: Die Tomate.

Wie schon im letzten Jahr beteiligen wir uns auch diesmal wieder am Tomaten-Abo vom Habeker Hof. Ein Muss für alle, die die Vielfalt verschiedener Tomatensorten lieben oder neu entdecken möchten.

Gleichzeitig zeigt sich gerade an Tomaten besonders deutlich, worum es beim ÖkoEsel geht: Gute Lebensmittel entstehen nicht von allein. Hinter ihnen stehen Produktionsbedingungen, Preise, Transportwege und oft auch Fragen von Gerechtigkeit.

In dieser EselPost schauen wir genau darauf: Auf ein konkretes Angebot aus der Region, auf globale Zusammenhänge in der Tomatenproduktion und auf die Frage, wie fairer Handel eigentlich aussehen kann. Und natürlich gibt es auch wieder Veranstaltungstipps. Unter anderem zeigen wir im Mai gemeinsam mit dem Verein Kritische Nachhaltigkeit den Film „Züri brännt“ über die Zürcher Straßenproteste der 1980er Jahre.

Das Tomaten-Abo vom Habeker Hof

Auch in diesem Jahr bieten wir wieder das Tomaten-Abo vom Habeker Hof an. Ab Juli geht’s los!

Das Besondere: Jede Lieferung bringt neue Sorten mit sich. Es geht also nicht nur um Tomaten, sondern ums Ausprobieren, Entdecken und darum, wie unterschiedlich ein Lebensmittel schmecken kann. Von süß und saftig bis würzig und intensiv ist alles dabei.

Der Habeker Hof bietet das Abo (ausschließlich zur Abholung) an, während der ÖkoEsel Neuhausen als zusätzliche Abholstation fungiert.

In Haidhausen gibt es die Möglichkeit das Tomaten-Abo beim Ernährungsrat in der Milchstr. abzuholen.

Nach der positiven Resonanz im letzten Jahr freuen wir uns, das Angebot erneut möglich zu machen und sind gespannt, wie es euch dieses Mal gefällt.

Genießt den Sommer mit frischen Tomaten und unterstützt dabei ein nachhaltiges Versorgungsmodell!

Mehr Informationen und direkte Bestellmöglichkeit

Bio reicht nicht? Ein kritischer Blick auf den Tomatenanbau

Wer beim Einkauf zu Bio-Produkten greift, macht vieles richtig. Und trotzdem lohnt es sich, auch dort genauer hinzuschauen.

Denn das Bio-Label bezieht sich in erster Linie auf die Anbaumethoden: Es schließt synthetische Pestizide und mineralische Dünger aus und fördert häufig den Schutz von Böden und Umwelt. Keine Aussage trifft es jedoch darüber, unter welchen Arbeitsbedingungen die Menschen tätig sind, die diese Lebensmittel produzieren.

Ein großer Teil der in Deutschland verkauften Tomaten – auch im Bio-Segment – stammt aus Regionen wie Almería in Südspanien oder aus Süditalien. Dort wird zwar nach ökologischen Standards produziert, gleichzeitig arbeiten aber viele Menschen unter schwierigen Bedingungen und leiden unter niedrigen Löhnen, unsicheren Beschäftigungen und teilweise ausbeuterischen Strukturen.

Bio ist also wichtig, aber nicht ausreichend! Für uns beim ÖkoEsel ist deshalb entscheidend, ökologische und soziale Nachhaltigkeit zusammenzudenken.

Oder anders gesagt: Gute Lebensmittel sind für uns nicht nur eine Frage des Anbaus, sondern auch der Bedingungen, unter denen sie entstehen.

Mehr Infos zu dem Thema

NoCap: Faire Tomaten ohne Ausbeutung

Genau an diesem Punkt setzen wir auch bei unserem Sortiment an.

Produkte von NoCap findet ihr beispielsweise schon seit Längerem bei uns in den Regalen. Doch was ist das Besondere daran?

Die Initiative wurde von Yvan Sagnet gegründet, der selbst als Erntehelfer auf den Tomatenfeldern Süditaliens gearbeitet hat und die dortigen Bedingungen aus eigener Erfahrung kennt. Heute arbeitet er mit NoCap an transparenten Lieferketten, fairen Löhnen und dem klaren Anspruch, Tomaten ohne Ausbeutung zu produzieren.

Bei NoCap geht es also nicht nur um Bio-Zutaten, sondern vor allem um die Frage, unter welchen Bedingungen produziert wird. Das macht auch der Name deutlich: Dieser bezieht sich auf die sogenannten Caporali. Das sind skrupellose Vermittler, die in Süditalien Tagelöhner und Geflüchtete für die Landwirtschaft rekrutieren. Viele der Arbeiter*innen haben keinen gesicherten Aufenthaltsstatus und arbeiten unter extrem prekären Bedingungen.

NoCap möchte also nicht nur leckere Tomatenprodukte herstellen, sondern auch Strukturen nachhaltig verändern. Der Trägerverein berät unter anderem Arbeiter*innen, organisiert medizinische Versorgung, unterstützt bei Arbeitsverträgen und leistet Aufklärungsarbeit über die Zustände in der Landwirtschaft. Die Tomaten sind damit mehr als ein Lebensmittel. Sie sind auch ein konkretes Beispiel dafür, wie fairere Strukturen aussehen können!

Mehr Infos zu NoCap: www.associazionenocap.it

Vortrag aus unserer kN-Reihe zu NoCap: https://www.youtube.com/watch?v=d2O1io8B7as

Unser Partner: BODAN

BODAN ist mehr als ein klassischer Großhändler. Das Unternehmen versteht sich als Verbindungsglied zwischen Erzeuger*innen, Verarbeitungsbetrieben und Läden mit dem Ziel, ökologische Wertschöpfungskreisläufe aufzubauen.

Dabei arbeitet BODAN bewusst mit unabhängigen Bio-Läden zusammen und verzichtet darauf, große Ketten oder Discounter zu beliefern. Für uns ist das entscheidend.

Denn so entstehen Strukturen, die nicht auf maximale Skalierung ausgerichtet sind, sondern auf langfristige Zusammenarbeit.

Gemeinsam mit Netzwerken wie TAGWERK entsteht so ein Geflecht aus regionalen und überregionalen Partnerschaften, die sich gegenseitig ergänzen.

Für uns bedeutet das: Wir arbeiten nicht einfach mit Lieferanten, sondern mit Partnern, die auf unterschiedliche Weise versuchen, Handel anders zu denken.

Mehr Infos zu BODAN: https://www.bodan.de/

zu guter Letzt: Veranstaltungstipp(s)

Kino-Abend: Züri brännt – Sonntag, 10. Mai

Abschluss der Diskursreihe von Kritische Nachhaltigkeit e.V.

Züri brännt ist ein Dokumentarfilm über die Zürcher Jugendunruhen Anfang der 1980er Jahre. Ein rohes Zeitdokument zwischen Straßenprotest, Wut und Hoffnung. Ein Abend über Protest und Widerstand – und über die Frage: Wem gehört die Stadt? Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit dem Schweizer Filmemacher Thomas Krempke statt.

Sonntag, den 10.  Mai um 17:30 Uhr / PATHOS theater / Eintritt gegen Spende

Mehr Infos unter: https://kritische-nachhaltigkeit.de


weitere Veranstaltungen

Doku: SYSTEMWANDELN. Die Welt neu entdecken – Freitag, 15. Mai

Wie können wir nachhaltig leben und welche Initiativen gibt es bereits? Der Ökoaktivist und Filmemacher Mickel Rentsch begibt sich auf eine Reise und trifft Menschen, die schon heute andere Wege gehen und neue Formen des Zusammenlebens erproben. Es entstand ein Film über Offenheit, Austausch und der Frage, wie ein gesellschaftlicher Wandel konkret aussehen kann.

Freitag, den 15. Mai um 20:30 Uhr / Bellevue di Monaco / Eintritt: 12 Euro

Mehr Infos unter: https://rausgegangen.de/events/systemwandeln-die-welt-neu-entdecken


Vortrag: Erinnern heißt Recherche – Freitag, 22. Mai

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit rechten Gewalttaten, verdrängter Geschichte und der Frage, wie gesellschaftliche Aufarbeitung überhaupt entsteht. Viele Fälle, die heute als bekannt gelten, wurden erst durch jahrelange Recherche, Engagement und politischen Druck sichtbar gemacht.

Der Abend lädt dazu ein, genauer hinzuschauen: Wer erinnert? Was wird sichtbar gemacht – und was nicht? Und welche Rolle spielt zivilgesellschaftliche & antifaschistische Recherche dabei?

Freitag, 22. Mai um 19:30 Uhr / KulturLaden Westend / Eintritt: frei

Mehr Infos unter: https://kulturladen-westend.eu/

Solidarische Grüße

Euer ÖkoEsel-Team

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Der solidarische Bio-Mitgliederladen
2x in München

Helene-Weber-Allee 17
80637 München

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