Liebe Mitglieder und Freund*innen vom ÖkoEsel,
die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen. Wir hoffen, Ihr hattet es alle gut, ganz egal ob im Urlaub oder daheim. Für viele Familien beginnt jetzt eine aufregende Zeit: Einschulung, Schulübertritt, neues Schuljahr. Und auch für viele andere ist der September ein „jetzt geht’s wieder los“-Moment. Wir wünschen Euch einen guten Start!
Bei uns beginnt nach der sommerlichen Ruhe wieder der betriebsame Ladenalltag. Im September steht daneben die Planung eines besonderen Ereignisses im Vordergrund. Der ÖkoEsel wird 10 Jahre alt und das wollen wir mit Euch feiern!
Aber uns ist nicht nur nach Feiern zumute. In dieser Ausgabe blicken wir auch auf die Auswirkungen der Dürre für unsere Erzeuger*innen. Außerdem stellen wir das soziale Projekt PEACE of PAPER vor, das hinter unseren Postkarten steht.

In dieser EselPost
- 10 Jahre ÖkoEsel: Am 4. Oktober wollen wir mit Euch feiern
- Dürre 2026: Auf den Höfen wird das Futter knapp
- Kennt Ihr eigentlich den Hintergrund unserer Postkarten?
- Zu guter Letzt: Veranstaltungstipps
10 Jahre ÖkoEsel: Am 4. Oktober wollen wir mit Euch feiern
Vor bald 10 Jahren haben Konstantin, Kathi und Hannes in einem Keller in der Lachnerstraße den ÖkoEsel gestartet. Ein Herzblutprojekt neben dem Studium, mit einer Handvoll Mitglieder und einer ziemlich vagen Vorstellung davon, was daraus einmal werden könnte.
Inzwischen hat der ÖkoEsel so einige Tonnen bester Biowaren in die Stadt gekarrt. Das gilt es zu feiern, und zwar mit Euch!
Merkt Euch den Termin vor: Am Sonntag, den 4. Oktober, wollen wir ab dem Nachmittag gemeinsam im PATHOS theater feiern (Dachauer Str. 110D). Es gibt Essen, Getränke und viel gute Laune. Genaueres zu Programm und Uhrzeit folgt in Kürze.
Wir freuen uns sehr auf Euch!
Dürre 2026: Auf den Höfen wird das Futter knapp
Dass wir angesichts unseres Jubiläums in Feierlaune sind, ändert nichts an der harten Realität um uns herum. Wir blicken dieser Tage nicht nur bang auf die anstehenden Landtagswahlen. Wir blicken auch auf die Äcker und Weiden unserer Erzeuger*innen.
Ein Sommer ohne Regen sieht auf dem Balkon nach Urlaubswetter aus, auf der Weide gibt er wenig Anlass zur Freude. Von März bis Juli ist in Bayern deutlich weniger Regen gefallen als üblich, dazu kamen mehrere Hitzewochen am Stück. Beim Getreide ist die Ernte vielerorts noch einigermaßen hereingekommen, nicht jedoch beim Gras, und damit beim Futter für die Tiere. Wo in normalen Jahren mehrere Schnitte eingefahren werden, ist heuer schlicht nichts nachgewachsen. Anfang August hat das Bayerische Landwirtschaftsministerium die Versorgungslage beim Grundfutter offiziell als Katastrophenfall eingestuft.
Warum kauft man das Futter dann nicht einfach zu? Weil Grundfutter kein Handelsprodukt ist wie Mehl oder Nudeln. Gras, Heu und Silage erzeugen die Höfe normalerweise selbst, der Transport ist schwer und teuer, und in einem Dürrejahr suchen eben alle gleichzeitig nach Ersatz. Für Bio-Betriebe kommt hinzu, dass auch zugekauftes Futter aus ökologischem Anbau stammen muss. Und genau das ist gerade kaum aufzutreiben.
Dabei trifft es längst nicht alle gleich hart. Es hängt an den Böden und daran, wie gut sie Wasser halten, an der Ausrichtung des Betriebs und manchmal schlicht daran, ob im Sommer zufällig ein Gewitter über die eigenen Flächen gezogen ist. Manche Höfe sind ordentlich durchgekommen, andere stehen jetzt ziemlich blank da. TAGWERK sucht deshalb gerade Betriebe, die mit Futterreserven aushelfen können.
Eine mögliche Folge der Situation wurde uns von Erzeuger*innen direkt geschildert: Wo das Futter für den Winter nicht reicht, bleibt am Ende oft nur, Tiere früher zu schlachten, als es einem lieb ist. Nicht, weil sich das rechnet, sondern weil man den Bestand nicht durchfüttern kann. Für Höfe, die ihre Herden über Jahre aufgebaut haben, ist das eine bittere Entscheidung.
Was davon bei uns in den Läden ankommt, werden wir erst nach und nach sehen: beim Gemüse, bei Milch und Fleisch, bei den Preisen. Wir halten Euch auf dem Laufenden. Und falls Ihr Euch im Herbst fragt, warum irgendetwas teurer oder knapper ist als sonst: Das ist meistens kein Zufall, sondern hat einen sehr konkreten Acker als Ursache.
Den Beitrag von TAGWERK findet Ihr hier: https://tagwerk.net/aktuell/aktuelles/824-duerre-2026-bayern-tagwerk-futter-knapp
Kennt Ihr eigentlich den Hintergrund unserer Postkarten?
Bei uns findet Ihr seit einiger Zeit Postkarten von PEACE of PAPER in den Läden und das sind nicht einfach irgendwelche Postkarten. Dahinter steht mehr:

PEACE of PAPER ist ein Münchner Freiwilligen-Projekt, das geflohene und hier lebende Menschen auf künstlerischer Ebene zusammenbringt. In den Workshops werden gemeinsam Stempelmotive entworfen, geschnitten und gedruckt. Daraus entstehen anschließend von Hand im Siebdruckverfahren Geschenkpapiere und Karten. Das Schöne an der Technik: Sie ist einfach genug, dass Menschen aller Sprachen und Herkunftsländer ohne große Umwege miteinander kreativ werden, ins Gespräch kommen und sich kennenlernen können.
Mit dem Verkauf der Produkte unterstützt das Projekt Hilfsorganisationen, die sich für Menschen entlang der Fluchtrouten einsetzen, in den vergangenen Jahren unter anderem Sea-Watch, SOS Méditerranée, Grupa Granica, Lesvos Solidarity und die White Helmets. Sämtliche Einnahmen gehen direkt an den Verein. Wir verdienen daran nichts, und das ist auch gut so.
Wer selbst einmal mitstempeln möchte: am 10.10. gibt es z.B. einen Stempel-Workshop zum 25-jährigen Fest im EineWeltHaus. Oder einfach direkt über [email protected] anfragen.
Mehr dazu: https://www.peaceofpaper-workshop.de/
Zu guter Letzt: Veranstaltungstipps
Nach der Sommerpause füllen sich die Kalender wieder. Eine kleine Auswahl:
Kafe Marat Straßenfest
Essen, Musik und Spaß für Groß und Klein, mitten auf der Straße. Ein guter Nachmittag, um sich mit dem selbstverwalteten Zentrum in der Thalkirchnerstraße solidarisch zu zeigen.
Samstag, 5. September, 14:00–21:00 Uhr / Zenettistraße Ecke Thalkirchnerstraße
Mehr Infos unter: https://www.kalinka-m.org/events/kafe-marat-strassenfest-4/
PRÜF-Demo
Die Initiative fordert, alle Parteien auf Verfassungstreue zu prüfen, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextrem eingestuft werden. Ein Nachhaltigkeitsthema ist das nicht, aber eines, das uns als solidarisches Projekt trotzdem angeht. Wer den Sonntag zuvor bang auf die Hochrechnungen aus Sachsen-Anhalt geschaut hat, findet hier eine Möglichkeit, nicht nur zuzuschauen.
Samstag, 12. September, 14:00–16:00 Uhr / Geschwister-Scholl-Platz
Mehr Infos unter: https://www.kalinka-m.org/events/pruef-pruefen-rettet-uebrigens-freiheit/
„Gesichter gegen Rechts“
Die Initiative ist bis zum 11. Oktober auf Deutschlandtour und organisiert in zwanzig Städten offene Fotoshootings. In München unterstützen die OMAS GEGEN RECHTS die Aktion, das Kulturhaus Milbertshofen stellt den Raum zur Verfügung. Eingeladen sind Menschen aller Altersgruppen, Hintergründe und Berufe, die Gesicht zeigen möchten: gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, für Demokratie und eine vielfältige Gesellschaft.
Mittwoch, 16. September, 14:00–18:00 Uhr / Kulturhaus Milbertshofen
Mehr Infos unter: https://www.gesichtergegenrechts.org/events/muenchen
Klimaherbst: „Urbane Gärten“
Der Münchner Klimaherbst läuft 2026 das ganze Jahr über, unter dem Jahresthema „Klimaanpassung, Resilienz und das gute Leben“. Am 22. September geht es um urbane Gärten als grüne Oasen und Experimentierorte für eine sorgende und solidarische Stadt. Ein Abend, der unserem eigenen Selbstverständnis ziemlich nahe kommt. Wer lieber rausgeht: Am 9. September fragt eine Exkursion durch Giesing, wie sich die heiß werdende Stadt eigentlich anfühlt.
Dienstag, 22. September, 19:00–21:00 Uhr
Mehr Infos unter: https://muenchner-klimaherbst.de/programm/
„Wem gehört die Zukunft?“ im NS-Dokumentationszentrum
Ein Gespräch mit der Philosophin Eva von Redecker und der Politologin Sabine Nuss über die Frage, warum sich Abstiegs- und Verlustängste so oft nicht gegen die Ursachen sozialer Ungleichheit richten, sondern gegen diejenigen, denen Teilhabe ohnehin abgesprochen wird. Es geht um Eigentum, um die Konstruktion von Feindbildern und darum, was eine „antifaschistische Wirtschaftspolitik“ dem Rechtsruck entgegensetzen könnte. Moderiert von Ferdinand Meyen (BR), veranstaltet gemeinsam mit medico international und dem Bellevue di Monaco. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Mittwoch, 30. September, 19:00 Uhr / NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1 / Eintritt frei
Mehr Infos unter: https://www.nsdoku.de/programm/aktuell/detailseite/wem-gehoert-die-zukunft-eigentum-verlustangst-und-der-neue-faschismus-2645
Solidarische Grüße
Euer ÖkoEsel-Team



