Wir stellen vor: Kritische Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis e.V.

EselPost im Juni 2026 – Christians Sonderausgabe

Liebe Mitglieder, Kund*innen und Freund*innen vom ÖkoEsel,

diese EselPost ist für mich eine ganz besondere, denn es wird meine letzte sein. Nach sechs Jahren beim ÖkoEsel wird für mich nun ein neues Kapitel beginnen.

Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Zwei Läden, unzählige Diskussionen, Herausforderungen, Entscheidungen und vor allem: Begegnungen mit euch.

Was den ÖkoEsel für mich immer besonders gemacht hat, war nie nur das Sortiment oder das Konzept. Sondern das, was zwischen den Regalen passiert: Gespräche, Austausch, unterschiedliche Perspektiven. Und immer wieder die Erfahrung, dass dieser Ort mehr ist als nur ein Bioladen.

Diese Entscheidung ist mir daher nicht leichtgefallen, auch weil ich überzeugt bin, dass Orte wie der ÖkoEsel in Zukunft immer wichtiger werden. Und trotzdem fühlt es sich nach dem richtigen Moment an. Daher möchte ich diese Ausgabe nutzen, um mich von euch zu verabschieden

Euer Christian!

Der ÖkoEsel: Mehr als nur ein Job

Der ÖkoEsel war von Anfang an als etwas anderes gedacht. Nicht als weiterer Bio-Supermarkt, sondern als Versuch, Versorgung anders zu organisieren.

Solidarisch. Sozial. Transparent. Gemeinschaftlich getragen.

Der ÖkoEsel ist nicht nur ein Ort, an dem Lebensmittel verkauft werden. Er ist auch ein Ort, an dem ausprobiert wird, wie Versorgung in einem kapitalistischen System anders funktionieren kann.

Ein Ort, an dem Preise nachvollziehbar sind. An dem nicht maximiert wird, sondern ausgeglichen.
An dem Menschen mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Lebensrealitäten gemeinsam zusammenkommen.

Der ÖkoEsel war für mich nie nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Versuch, die Welt im Kleinen besser zu organisieren. Und ich bin überzeugt, dass es Orte wie diesen in Zukunft mehr denn je brauchen wird.

Umbau in Neuhausen, 2019

Warum der ÖkoEsel so wichtig ist

Wir erleben gerade eine Zeit, in der vieles unsicherer wird. Preise steigen, Lieferketten geraten ins Wanken, politische Krisen und Unsicherheiten nehmen zu.

Die nächste große wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwerfung ist keine abstrakte Möglichkeit mehr. Sie zeichnet sich bereits ab.

In solchen Momenten zeigt sich, worauf es ankommt: Ob Versorgung beispielsweise davon abhängt, wer am meisten zahlen kann oder ob es Räume gibt, in denen Menschen sich gegenseitig unterstützen und solidarisch handeln.

Der ÖkoEsel ist ein kleiner Teil dieser Frage. Aber ein sehr konkreter. Denn hier wird jeden Tag praktisch erprobt, was es heißt, sozial und solidarisch zu wirtschaften. Nicht perfekt. Nicht ohne Widersprüche. Aber immer mit dem Anspruch, dass alle Menschen in der Gesellschaft einen Zugang zu einer gesunden und nachhaltigen Versorgung haben sollten.

Wie geht es weiter?

Auch wenn die finanzielle Situation angespannt bleibt, bin ich überzeugt: Der ÖkoEsel ist auf einem guten Weg.

Nicht, weil alles einfach geworden ist. Sondern weil sich in den letzten Jahren etwas aufgebaut hat: Ein Team, das Verantwortung übernimmt. Strukturen, die tragen. Und eine ÖkoEsel-Gemeinschaft, die immer mehr versteht, worum es hier geht.

Für mich fühlt es sich deshalb nach dem richtigen Zeitpunkt an. Nicht, weil ich nicht mehr gebraucht werde, sondern weil ich sehe, dass der Laden nicht mehr von mir abhängt. 

Und genau das war immer das Ziel.

Ein neues Kapitel

Für mich beginnt nun ein neues Kapitel. Ich werde eine Stelle beim BUND-Naturschutz übernehmen und mich auch dort weiterhin mit Fragen rund um Nachhaltigkeit, Gesellschaft und Transformation beschäftigen.

Mit einigen von euch werde ich also sicher noch verbunden bleiben, auch wenn eventuell in einer anderen Rolle.

Natürlich fällt es mir nicht leicht den ÖkoEsel zu verlassen, da hier auch für mich ganz persönlich, in den letzten 10 Jahren etwas ganz Besonderes entstanden ist. 

Danke für Alles!

Am Ende bleibt vor allem eines: Danke! 

Danke für euer Vertrauen. Für eure Unterstützung. Für eure Geduld, gerade in den Momenten, in denen nicht immer alles rund lief. Und dafür, dass ihr den ÖkoEsel zu dem macht, was er ist.

Danke auch an das Team, welches in den letzten Jahren immer mehr zusammengewachsen ist und mir damit diese Entscheidung auch ein bisschen leichter gemacht hat. 

Und natürlich an Hannes, der mir damals die Möglichkeit gegeben hat, Teil dieses Projekts zu werden und meine Vorstellungen und Ideen hier mit einzubringen.

Zum Abschluss

Der ÖkoEsel lebt davon, dass Menschen ihn gemeinsam gestalten. Das war so, als ich angefangen habe und das wird auch so bleiben, wenn ich nun gehe.

Und wenn ich mir nun etwas wünschen dürfte, dann ist es das:

Dass dieser Ort weiterwächst. Dass er weiterhin Menschen zusammenbringt. Und dass er ein Beispiel dafür bleibt, dass Versorgung auch anders (besser!) gehen kann! 

Die Zukunft braucht Orte wie den ÖkoEsel. 

Und Menschen wie euch! 


Solidarische Grüße 
Christian

zu guter Letzt: (Meine) Veranstaltungstipp(s)

Offenes Antifa Treffen München – jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat 

Du möchtest dich antifaschistisch in München und Umgebung engagieren, weißt aber nicht wie?

Beim Offenen Antifa-Treffen München geht es darum, sich kennenzulernen, auszutauschen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln. In entspannter Atmosphäre wird über aktuelle Themen gesprochen, Wissen geteilt und gemeinsam überlegt, wie man aktiv werden kann.

Jeden 2. und 4. Donnerstag des Monats um 18:30 / Kafe Marat / Eintritt frei
Mehr Infos unter: https://www.kalinka-m.org/events/offenes-antifa-treffen-muenchen-10


Ausstellungseröffnung: JIANAWAY SÛR – Rote Wiederbelebung – Donnerstag, 18. Juni

In der Ausstellung „Rote Wiederbelebung“ werden Arbeiten über Körper, die sich dem Verschwinden widersetzen gezeigt. Die ausgestellten Arbeiten, zwischen Fotografie, Performance und Text, öffnen einen Raum, in dem es weniger um den Blick auf Körper geht, sondern um die Erfahrungen, die in ihnen eingeschrieben sind.

So entstand eine Ausstellung, die Wahrnehmung verschiebt und Fragen stellt: Wer wird gesehen? Wer wird verdrängt? Und was passiert, wenn Körper sich dem entziehen?

Donnerstag, den 18. Juni um 19 Uhr / KULTURBUNT Neuperlach/ Eintritt frei

Mehr Infos unter: https://www.kulturbunt-neuperlach.de/veranstaltung/733_Rote_Wiederbelebung


Praxis-Seminar: Urbane Monster der imperialen Lebensweise – Mi./Do., 1. & 2. Juli

Die „urbanen Monster“ einer ausbeuterischen, global vernetzten Lebensweise begegnen uns überall im Alltag: In der Kleidung, die wir tragen, in unseren Smartphones, in den Produkten im Supermarkt. In dem Seminar geht es darum, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen: Wo begegnen uns diese „Monster“? Und wie können wir (anders) damit umgehen?

Oliver Emde, der die Urbane-Monster-Didaktik entwickelt hat, führt gemeinsam mit Nadine Kaufmann in das Konzept ein. 

Mittwoch & Donnerstag, 1. bis 2. Juli um 19:30 Uhr / EineWeltHaus / Eintritt: 70 Euro inkl. Verpflegung (Ermäßigung auf Anfrage)

Mehr Infos unter: https://www.einewelthaus.de
Anmeldung unter: https://civicrm.greencity.de/civicrm/event/info?reset=1&id=105

5 thoughts on “EselPost im Juni 2026 – Christians Sonderausgabe”

  1. Lieber Christian,

    es ist schade, dass Du den Ökoesel verlässt, aber auf Dich warten beim BUND Naturschutz sicher viele spannende Aufgaben und Themen.

    DANKE für Dein Engagement und alles Gute für die Zukunft
    anja

    Antworten
  2. Lieber Christian,

    Wir werden Dich im Ökoesel vermissen. Danke für Dein Engagement.
    ich bin mir sicher dass Du mit Deinen neuen Aufgaben viel bewegen wirst.

    Alles Gute auf Deinem Weg!
    Regina

    Antworten
  3. lieber christian,

    ja, schade für uns, dass du den ökoesel verlässt – schön für dich, dass du neue wege gehst.
    vielen lieben dank für deinen stets freundlichen und bemühten einsatz – deinen sonderausgabe abschied, in dem deine/die geschichte des ökoesels für uns alle, deren wichtigkeit so deutlich wird.
    alles liebe und gute weiterhin,
    mara

    Antworten
  4. Lieber Christian, voll schade, ja, aber hoffentlich bleibst du in München und der Initiative Kritische Nachhaltigkeit erhalten. Als wichtiger Denker, Inspirator und Moderator. Alles andere wäre dann sehr traurig. Alles Gute beim BUND! Bis bald, Kai

    Antworten
  5. Lieber Christian,
    kann mich dem nur anschließen: schad und schön!
    Danke für Dein Engagement – bisher und weiterhin.
    Alles Gute , Christine

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Der solidarische Bio-Mitgliederladen
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