Aktuelles

ÖkoEsel nimmt die Produkte von Zwergenwiese aus dem Sortiment

Wie einige bestimmt schon mitbekommen haben, werden wir im ÖkoEsel zukünftig keine Produkte mehr von Zwergenwiese oder Rapunzel im Sortiment führen. Joseph Wilhelm, der Geschäftsführer der genannten Hersteller, ist in den vergangenen Wochen nicht nur durch...

Gegen jeden Antisemitismus!
Statement zu den Demonstrationen der sogenannten „Corona-Rebellen“

Wir „stören“ erneut mit einem Newsletter, welcher dieses Mal auch nur indirekt einen Bezug zum ÖkoEsel hat. Einige unser Mitarbeiter*innen haben am vergangenen Wochenende die Proteste der sogenannten „Corona-Rebellen“ beobachtet und wir betrachten es als notwendig, zu dem dort Erlebten Stellung zu beziehen. Insbesondere, da wir die Gefahr einer Vereinnahmung von Personen aus einem nachhaltig-ökologischen Umfeld sehen.

Kritisch durch die Krise: Unsere Corona-Maßnahmen und was jetzt nicht vergessen werden darf

Die Corona-bedingten Einschränkungen werden noch eine Weile anhalten. Wir bemühen uns, eigene Abläufe zu optimieren und setzen nach wie vor auch auf eure Mithilfe.Gerade jetzt lohnt sich ein kritischer Blick über den eigenen Tellerrand hinaus – wir fassen kurz...

Corona-Maßnahmen beim ÖkoEsel

Wir erleben gerade in ganz Europa und in einer atemberaubenden Geschwindigkeit die Ausbreitung des Corona-Virus sowie die damit einhergehenden und sich täglich verschärfenden staatlichen Empfehlungen und Maßnahmen. Zunächst einmal ist es wichtig festzuhalten, dass...

Neues Beitragsmodell, Mitgliedskarten und erweiterter Kühlbereich

Einführung der ÖkoEsel-Mitgliedskarten Erweiterung der Kühlfläche und des Fleisch-, Wurst- und Fischsortiments Einführung eines neuen Beitragsmodells Auch wenn der Jahreswechsel schon etwas her ist, wollen wir die Zeit noch nutzen, um auf das vergangene Jahr...

Käsetheke, Lieferungen, Öffnungszeiten

Der ÖkoEsel nach dem UmbauJetzt mit Käsetheke Veränderte Bedingungen und Kosten für die AuslieferungenIm Januar testweise auch am Samstag geöffnet Der Umbau des ÖkoEsels ist nun weitestgehend vollbracht! Daher möchten wir uns zunächst bei allen Helfer*innen bedanken,...

ÖkoEsel-Umbau im Oktober

Es ist fast ein Jahr her, dass wir in die Helene-Weber-Allee gezogen sind. Damals haben wir zunächst unser gesamtes Mobiliar aus der Lachnerstraße verwendet und dieses dann nach und nach provisorisch erweitert. Kühlgeräte sind hinzugekommen und weitere Regale. Jetzt...

ÖkoEsel am 20.09.19 geschlossen – Wir sehen uns beim Klimastreik!

Da am kommenden Freitag das gesamte Team am globalen Klimastreik teilnimmt, bleibt der ÖkoEsel an diesem Tag geschlossen. Wir sehen uns auf der Demo! Los geht’s um 12:00 Uhr am Königsplatz. Ab Montag sind wir wieder wie gewohnt für Euch...

Schließtage zur Jahreswende

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns: Die erfolgreiche Crowdfundingkampagne zu Beginn des Jahres. Dann die aufreibende Ladensuche mit glücklichem Ende. Der Umzug in die neue Ladenfläche. Ein zusätzlicher Öffnungstag. All das lässt uns dankbar und stolz zugleich...

Wiedereröffnung auf 15. Oktober verschoben

Wir möchten uns ganz herzlich für die Mithilfe unserer Mitglieder am vergangenen Freitag bedanken! Es war großartig zu sehen, wie Viele es dann doch geschafft haben, trotz Arbeit, Familie und anderen Verpflichtungen. Und so haben wir das Inventar recht fix in die neue...

in den Medien

ÖkoEsel in der Drehscheibe

Das ZDF war bei uns! Herausgekommen ist ein schöner Beitrag über unseren „Profitfreien Ökoladen in Bayern“.

Münchens erster Mitgliederladen

Die Münchner Abendzeitung berichtet im Sommer 2018 über unser Projekt.

„Im Supermarkt war ich schon ewig nicht mehr.“

Das BR Puls-Projekt „Bavarian Makers“ über ÖkoEsel.

Neuer Stall gesucht

Die SZ berichtet über unsere schwierige, aber inzwischen gelöste, Ladenfrage.

Aktuelles

ÖkoEsel nimmt die Produkte von Zwergenwiese aus dem Sortiment

ÖkoEsel nimmt die Produkte von Zwergenwiese aus dem Sortiment

Wie einige bestimmt schon mitbekommen haben, werden wir im ÖkoEsel zukünftig keine Produkte mehr von Zwergenwiese oder Rapunzel im Sortiment führen. Joseph Wilhelm, der Geschäftsführer der genannten Hersteller, ist in den vergangenen Wochen nicht nur durch menschenverachtende Aussagen und durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien in Bezug auf Covid-19 aufgefallen, sondern auch die Rezepte von Attila Hildmann wurden erst nach erneuter Kritik von der Unternehmensseite gelöscht. Darüber hinaus beschreibt er in seinen sogenannten Wochenendbotschaften das Virus als ein „intelligentes Wesen“, welches seine Aufgabe im „großen Spiel der Naturkräfte“ erfüllen würde. Solche Aussagen sind für uns nicht tragbar und wir haben uns daher zu dem Schritt entschlossen, die Produkte seiner Firmen nicht mehr im ÖkoEsel zu verkaufen.

Im Folgenden findet ihr eine kurze Einordnung mancher seiner Äußerungen.

Verbreitung von Verschwörungstheorien

In den Wochenendbotschaften stellt Wilhelm Verschwörungstheorien auf indem er entgegen der wissenschaftlichen Meinung die Gefährlichkeit des Virus infrage stellt, da gar nicht so viele Menschen gestorben seien, wie von den Politikern angedroht worden wäre. Dabei sei er zwar froh, dass es nicht so weit gekommen sei, führt aber aus:

„[…] hat eine Regierung nicht die weisesten und meist auch teuersten Berater, die ihr dabei behilflich sein sollten, angemessene Entscheidungen und Maßnahmen zu treffen. [sic!] Für das, was bisher schon angerichtet wurde und auch für das, was noch an materiellem Schaden und menschlichem Leid durch die unangemessenen Maßnahmen entstehen wird, gibt es keine Entschuldigung.“ (Wochenendbotschaft vom 20.04.20)

Woher, der selbsternannte Viren- und Politikexperte Wilhelm dies weiß, darüber lässt er seine Leser*Innen im Dunkeln. Fraglich sind solche Aussagen vor allem, da er explizit darauf hinweist, dass er sich keine Sendunge(n) zu dem Thema anschauen würde:

„[…], weil ich seit Beginn der C-Krise keine einzige Tagesschau, keine Sondersendung, angesehen habe. (Tu ich sonst ja auch nicht). Nicht mal mehr die Nachrichten meines Lieblingssenders im Radio kann ich noch ertragen, die unsäglichen Einspielungen von Durchhalteparolen, ja, wir halten zusammen, wir bleiben zuhause, wir schützen Leben – ich kann es nicht mehr ertragen.“ (Wochenendbotschaft vom 01.05.2020)

Hätte er lieber Verhältnisse in Deutschland wie in Italien, Frankreich, Spanien oder den USA? Die Tatsache, dass in italienischen, spanischen oder französischen Krankenhäusern die Patient*Innen aufgrund fehlender Betten auf den Intensivstationen teilweise nicht behandelt werden konnten, blendet Wilhelm auf jeden Fall bei seiner „Analyse“ aus, in welcher er kein Wort über die vielen Toten verliert:

„Jede und jeder von uns 7,8 Milliarden Menschen ist auf die eine oder andere Art und Weise von Corona betroffen, die einen mehr, die anderen weniger. Egal in welchem Land sie leben. Die einen sind eingesperrt, die anderen haben zu wenig zu tun, die anderen kommen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Noch andere merken fast gar nichts davon im realen Leben […].“ (Wochenendbotschaft vom 01.05.2020)

Dass ihm der Überblick über die mediale Berichterstattung fehlt, offenbart er weiter auch mit folgender Aussage:

„Dass da ein Präsident des Weltärzteverbandes öffentlich Zweifel am Maskentragen äußert – wie ungelegen. Aber dafür stehen ja de Armeen willfähriger Mainstream-Journalisten parat, um allfällige mutige Zweifler an dieser oder anderen Maßnahmen mit dem Damoklesschwert der Angst und des Todes mundtot zu machen, bevor solche Botschaften irgendwo angekommen sind.“ (Wochenendbotschaft vom 24.04.2020)

Dabei wurde allerdings ausgerechnet die Kritik an der Maskenpflicht von Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery in den deutschen Medien ausführlich wiedergegeben. (https://taz.de/Maskenpflicht-in-Deutschland/!5678313/)

Hinter der, von Politikern und Journalisten, angeblich geschürten Angst würden nach Wilhelm kommerzielle Interessen stecken und in diesem Zusammenhang vergleicht er gar den Schutz alter Menschen mit Abtreibungen:

„Dass wir vor allem in ‚modernen‘ Gesellschaften mit rund 12 Millionen offiziellen Abtreibungen Leben verhindern, wird gleichzeitig als Errungenschaft dargestellt. Was macht den Unterschied zwischen Leben, das sich verabschieden will und Leben, das kommen will?“ (Wochenendbotschaft vom 20.04.2020)

Des Weiteren schürt er die Angst vor einer angeblichen Impf-Plicht für „unsere Rasse“:

„Dann bekommt man halt einfach eine Spritze verabreicht. Ich seh schon vor meinem geistigen Auge Jagdkommandos, die widerstrebige Impfgegner einfangen und zwangsimpfen, um so das Überleben unserer Rasse sicherzustellen.“ (24.04.2020)

Nicht nur mit dieser Aussage bewegt er sich in der Nähe der derzeit stattfindenden – und von uns bereits kritisierten – „Hygiene-Demos“.

Vergleich zum Nationalsozialismus

Wie auch viele der sogenannten „Corona-Rebellen“ bemüht auch Wilhelm den Vergleich mit dem Nationalsozialismus:

„Ja, wir leben in merkwürdigen Zeiten und zum Denunziantentum wird öffentlich aufgefordert. Darüber und über Vergleiche zu düsteren Zeiten deutscher Geschichte hatten wir es bei unserem Abendessen, zu dem wir gestern Abend bei dem Freund und seiner Frau eingeladen waren.“ [sic!] (Wochenendbotschaft vom 24.04.2020)

Und weiter heißt es:

„[…] steht uns in Bayern ab Montag Übles bevor: Maskenpflicht in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Da spüre ich eine massive Wut in mir aufkommen. Masken=Maulkorb=Unterwerfung. Für mich stellt das Tragen von Masken die höchste Form von Demütigung dar.“ (Wochenendbotschaft vom 24.04.2020)

In den „dunklen Zeiten deutscher Geschichte“ wurden unter anderem Juden*Innen mit dem Tragen des Judensterns gedemütigt. Wilhelm stellt im Vergleich zur NS-Zeit das Tragen von Masken während des Einkaufens oder in öffentlichen Verkehrsmitteln als die größte für ihn vorstellbare Demütigung dar. Ein solcher Vergleich, zwischen dem Tragen und Sinn einer Maske mit den Zeiten des Nationalsozialismus in denen denunziert zu werden, für viele gleichbedeutend mit dem Tod gewesen ist, stellt dabei auch eine Relativierung der damaligen Verbrechen dar.

Sozialdarwinismus

Besonders kritisch sehen wir aber die Nähe mancher seiner Aussagen zum Sozialdarwinismus. So sei Wilhelm „voller Vertrauen in die Weisheit des Lebens und von „Mutter Erde“, dass genau das passiert, was uns Menschen zur weiteren Entwicklung dienlich ist“ (Wochenendbotschaft vom 24.04.2020). In diesem Zusammenhang beschreibt er Viren als „Teil des biologischen Lebens auf unserer Erde“ und dass diese einen „Beitrag zur Weiterentwicklung desselbigen und der menschlichen Anatomie und Psyche“ leisten würden. So heißt es weiter:

„Viren gibt es seit Anbeginn des Lebens auf Erden und sie leisten ihren Beitrag dazu, dass sich dieses über die Jahrmillionen weiterentwickelt hat und weiter entwickeln wird. Viren sind höchst intelligente ‚Wesen‘ und erfüllen ihre Aufgabe genau so, wie sie sie zu erfüllen haben im großen Zusammenspiel der Naturkräfte.“ (Wochenendbotschaft vom 24.04.2020)

Solche Aussagen beinhalten Positionen und Vorstellungen, in denen es für einen natürlichen und evolutionär hilfreichen Vorgang gehalten wird, wenn Menschen beispielsweise durch Krankheiten „natürlich ausgelesen“ bzw. selektiert werden.

Wir können es mit unserem sozialen wie politischen Anspruch nicht vertreten, mit dem Anbieten seiner Produkte eine so krude und gefährliche Sicht auf die Welt auch nur ansatzweise zu unterstützen!

Die folgende Reaktion auf die, in verschiedenen Medien geäußerte, Kritik war in unseren Augen ebenfalls ungenügend und hat die vorangegangene Kritik eher bestätigt als relativiert. Es wurden zwar die Rezepte von Hildmann sowie die Wochenendbotschaften gelöscht, allerdings wurde dabei in Bezug auf den Inhalt der Wochenendbotschaften weder Kritik angenommen noch Fehler eingestanden. Stattdessen beklagte Wilhelm in der Augsburger Allgemeinen Zeitung:

„Man darf heute nichts Kritisches mehr sagen, ohne niedergemacht und die rechte Ecke gestellt zu werden. […] Leider wurden meine Aussagen in den Social-Media-Kanälen aus dem Zusammenhang gerissen und dabei reduziert und verfälscht wiedergegeben.“ https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Nach-Gefangenen-Vergleich-Bioladen-Chef-rudert-zurueck-id57410911.html

Dass Wilhelms Zitate keinesfalls aus dem Zusammenhang gerissen worden sind, dies konnte bis zu deren Löschung in den Wochenendbotschaften nachgelesen werden – bei Bedarf können diese noch bei uns im Laden im Ganzen gelesen werden. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass es sich bei Joseph Wilhelm um einen seit Jahrzehnten erfolgreichen Unternehmer handelt, der weiß wie Marketing und PR funktioniert. Wir glauben nicht, dass solche Aussagen (zumal wiederholt) unbewusst rausrutschen bzw. ihm selbst nicht bewusst wäre, was eben solche beinhalten. Ganz im Gegenteil: Sie sind ernst zu nehmen!


Artikel und Einordnung in der TAZ: https://taz.de/Chef-der-Biomarke-Rapunzel-zu-Corona/!5683866/

Was ist Sozialdarwinismus? https://www.sueddeutsche.de/wissen/200-jahre-darwin-28-von-darwin-zum-rassenwahn-1.141257

Gegen jeden Antisemitismus!  Statement zu den Demonstrationen der sogenannten „Corona-Rebellen“

Gegen jeden Antisemitismus!
Statement zu den Demonstrationen der sogenannten „Corona-Rebellen“

Foto: Robert Andreasch

Wir „stören“ erneut mit einem Newsletter, welcher dieses Mal auch nur indirekt einen Bezug zum ÖkoEsel hat. Einige unser Mitarbeiter*innen haben am vergangenen Wochenende die Proteste der sogenannten „Corona-Rebellen“ beobachtet und wir betrachten es als notwendig, zu dem dort Erlebten Stellung zu beziehen. Insbesondere, da wir die Gefahr einer Vereinnahmung von Personen aus einem nachhaltig-ökologischen Umfeld sehen.

So konnte am letzten Wochenende in München, wie auch in vielen anderen Städten, ein scheinbar freiheitsliebender „alternativer“ Protest beobachtet werden, der sich äußerlich kritisch mit den Corona-Maßnahmen beschäftigt hat. In der aktuellen Lockerungsdebatte vermengen sich dabei berechtigte Kritik mit extrem rechten und verschwörungsideologischen Märchenerzählungen, welche – wie bereits bei Pegida – auch immer mehr einen bürgerlichen Resonanzraum finden. Dabei waren am Samstag in München nicht nur AfD, sondern auch die Identitäre Bewegung, der III. Weg, Danubia und weitere rechtsextreme und faschistische Gruppierungen zusammen mit Verschwörungsakteuren wie Rubikon und Q-Anon auf der Straße, wobei es von Aluhüten aus diversen anderen Spektren ebenfalls nur so wimmelte. So waren Verschwörungstheorien auf Schildern, Slogans und Flyern allgegenwärtig. Meist ging es um den Glauben an eine durch Bill Gates gesteuerte Impfverschwörung und die narzisstische Fantasie aufgrund der Corona-Maßnahmen so schlimm zu leiden, wie die Opfer des Nationalsozialismus. Dies verband sich stellenweise mit dem Singen der deutschen Nationalhymne und „Wir sind das Volk“- Sprechchören. Diese Darstellung der Corona-Krise als eine Machtübernahme geheimer Eliten bedient dabei die üblichen antisemitischen Feindbilder: Das klassisch antisemitische Bild von Jüdinnen und Juden als angebliche Strippenzieher*innen hinter Politik, Medien und internationalen Organisationen. Auch anderen, vorgeblich am Grundgesetz interessierten Teilnehmer*innen war es offenbar wichtig, wiederholt in Diskussionen die Teilnahme faschistischer Akteur*innen zu bejahen und zu verteidigen. Es ist offensichtlich, dass es sich hierbei um nichts anderes als eine Bewegung handelt, die bei aller Heterogenität eines verbindet: (Struktureller) Antisemitismus und Verschwörungsideologie.

Und auch wenn die Teilnehmenden darauf pochen, dass wir jetzt über alle politischen Lager hinweg zusammenhalten müssten, dann ist diese parteiübergreifende Gemeinschaft dennoch keineswegs friedliebend.  Es ist der Kern von Verschwörungsideologie, Krisen wie die CoVid-19 Pandemie auf einen Feind zu projizieren, der für soziale Verwerfungen verantwortlich gemacht werden kann und im Gegensatz zur angeblich harmonischen Gemeinschaft als radikal böse und allmächtig imaginiert wird. Es ist in diesem Denken angelegt, dass letztendlich nur die Vernichtung dieses Feindes die harmonische Gemeinschaft verwirklichen kann („Gib Gates keine Chance“). Attila Hildmann – einer der prominentesten Köpfe dieser Bewegung – spricht diese Vernichtungsdrohung offen aus: „Vor allem zeigt uns doch diese Krise, dass die Feinde des deutschen Volkes, die Feinde der Demokratie existieren. […] Aber wisst ihr was der Vorteil ist? Endlich sieht man den Feind und denkt nicht mehr, dass das alles nur ein Hirngespinst ist, dann kann man den Feind vernichten.“ (Telegramm Sprachnachricht, 5. Mai 2020)

Um die Brisanz dieser Entwicklung zu begreifen, ist es zentral, sich die Geschichte des Nationalsozialismus zu vergegenwärtigen. Der Nationalsozialismus war im Kern eine antisemitische Verschwörungsbewegung, die Jüdinnen und Juden für alle mit der kapitalistischen Moderne einhergehenden Verwerfungen verantwortlich machte und ihre schiere Existenz als radikale Bedrohung der deutschen Volksgemeinschaft betrachtete. Es war diese Wahnvorstellung, aus der sich das Projekt der industriellen Massenvernichtung des Judentums ergab, welches die deutsche Volksgemeinschaft in den Ghettos von Warschau und Krakau, den Massakern von Babi Jar und Simferopol und den Gaskammern von Auschwitz und Treblinka in die Tat umsetzte.

Genau 75 Jahre nach der Niederlage des Nationalsozialismus erleben wir gerade eine dynamische antisemitische Massenbewegung, die strukturell zur Vernichtung hin orientiert ist.

Wenn die Reden und Gedenkfeiern vom 8. Mai keine leeren Phrasen bleiben sollen, müssen wir uns dieser Bewegung mit allen gebotenen Mitteln entgegenstellen! Nicht zuletzt Hanau hat gezeigt: Diese Mischung von verschwörungstheoretischem Wahn und extrem rechter Mobilisierung ist hochgefährlich!

Leider wurden auch Mitglieder vom ÖkoEsel auf diesen Veranstaltungen gesehen. Wir empfinden es daher als notwendig, uns ganz deutlich von dieser Bewegung zu distanzieren und auf die völkische Vereinnahmung von ökologisch-nachhaltiger Lebensweise hinzuweisen. Auch deshalb ist es notwendig, sich damit auseinanderzusetzen, in welche Konstellationen und Kooperationen man sich mit dem Besuch einer solchen Veranstaltung und durch das Teilen dieser Vorstellungen begibt.

Wir stehen konsequent gegen jede Art von Antisemitismus, Faschismus und Verschwörungsschwurbelei! Die sozial-ökologische Wende ist und bleibt dringend notwendig, der Protest vom vergangenen Samstag hat damit jedoch nichts zu tun.

Zum Schluss möchten wir auch persönlich festhalten, dass wir es als unsolidarisch empfinden, wenn wir uns im Laden bemühen die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften einzuhalten und dann Mitglieder eng an eng und OHNE Masken an einer solchen Veranstaltung teilnehmen.


Öffnungszeiten

Montag: 10:00-19:00 Uhr
Mittwoch: 10:00-19:00 Uhr
Freitag: 10:00-19:00 Uhr
Samstag: 10:00-15:00 Uhr

Dienstag, Donnerstag und
Sonntag geschlossen